Oosterweel

Die Oosterweel-Verbindung ist eine neue Straße zwischen dem linken und rechten Ufer der Schelde, die den Antwerpener Ring schließen soll. Die Straße besteht größtenteils aus Tunneln, die unter der Schelde sowie unter Teilen der Stadt und dem Albertkanal hindurchführen.
Am rechten Ufer wird der Tunnelkomplex am Sportpaleis mit der bestehenden Ringstraße verbunden. In Zukunft kann man dann u.a. von Knokke und Gent direkt nach Antwerpen und Breda fahren und den Kennedytunnel umgehen.

Das Projekt ist in fünf Teile unterteilt.
Teil 1 – Linkeroever:
Die Kreuzung der E34 mit dem R1 in Sint-Anna-Linkeroever und die Anschlüsse des R1 zur E17 – in der Nähe des Kennedy-Tunnels – werden komplett erneuert.
Die linken Zufahrten am Kennedytunnel verschwinden.

Teil 2 – Der neue Scheldetunnel:
Dieser wird 1,8 Kilometer lang und in beiden Richtungen dreispurig sein. Außerdem wird ein sechs Meter breiter Fahrradtunnel gebaut.

Teil 3 – Der Knotenpunkt Oosterweel:
In Höhe der kleinen Kirche von Oosterweel kommt der Scheldetunnel wieder nach oben. Dort werden dann Zu- und Abfahrten gebaut, die den Tunnel mit der Scheldelaan und dem Oosterweelsteenweg verbinden.

Teil 4 – Vier übereinanderliegende Tunnel unter dem Albertkanaal:
Das neue Ringstück taucht hinter dem Oosterweel-Knotenpunkt wieder unter Wasser – dieses Mal in Form von zwei Tunneln mit je zwei Fahrspuren. Ein Tunnel ermöglicht dann die Zufahrt zum R1 in Richtung Breda, der andere in Richtung Hasselt. In Fahrtrichtung vom rechten Ufer zum linken Ufer wird es zwei ähnliche Tunnel geben, also insgesamt vier Tunnel.

Teil 5 – Abriss des Viadukts Merksem und vollständiger Wiederaufbau des bestehenden Rings zwischen Deurne und Merksem:
Die Kanaltunnel werden an den bestehenden Ring am Sportpaleis angeschlossen. Deshalb verschwindet das Viadukt von Merksem, und der gesamte R1 zwischen Merksem und Deurne wird „tiefergelegt“. Die bestehenden Zu- und Abfahrten in Merksem und Deurne bleiben bestehen, werden aber mit dem restlichen Ring komplett neu gestaltet.

CI-Engineers liefert derzeit 3D-Modelle für Teil 1 (Linkeroever).
Das Oosterweel-Projekt kostet mehrere Milliarden Euro und ist besonders komplex. Es geht nicht nur darum, einen neuen Ring zu bauen. Da der neue Ring durch und unter Bereiche(n) eines dicht bebauten Stadtgebiets verläuft, arbeitet die Regierung mit Tunneln, Schneisen und Überdachungen und wird auch der öffentliche Raum in der Nähe des Rings neu gestaltet. Das kostet Zeit. Gemäß der derzeitigen Planung wird das Projekt nicht vor 2030 abgeschlossen sein.